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Oper im MiR (Saison 2025/2026)

 

Im MiR starte ich am 27. September 2025 mit dem fliegenden Holländer. Die neue Saison verspricht spannend zu werden.

 

27. September 2025, der fliegende Holländer von Richard Wagner - Premiere

Ein hinreißender Start in die neue Saison!

Die Regie hat sich da einiges einfallen lassen mit Videoeinspielungen und Lichtreflexen. Man hatte das Gefühl auf hoher See zu sein und empfand den Sturm gleich mit. Auch wurde das Geisterschiff des Holländers sehr schön auf die Leinwand gebracht. Das erzeugte ein mystisches Gefühl.

Die Nähstube, in der Senta sich befindet, ist toll gemacht. Sehr überzeugend. Zwischendurch sieht man immer mal Senta als Kind mit Mary als junge Frau. Senta wächst ja mit der Sage um den Holländer auf. 

Auch das Ende erzeugt Gänsehaut, wenn Senta dem zweifelnden Holländer Treue bis in den Tod schwört. Die Erklärung im Programmheft fand ich verwirrend, nämlich dass Senta das Glück nicht über den Holländer sucht. Das sehe ich aber anders. Als die das Geschehen verlässt, geht sie meiner Meinung nach für den Holländer in den Tod, damit er erlöst werde und ebenfalls sterben darf. So habe ich es interpretiert. Und so meinte es ja auch Wagner. 

Die Kostüme sind ebenfalls sehr passend. 

Alle Darsteller waren ausnahmslos sehr überzeugend und sangen ihre Partien richtig schön.

Und dies war die Premierenbesetzung:

  • Der Holländer - Benedict Nelson
  • Senta - Susanne Serfling - gerne erinnere ich mich auch an ihre hinreißende Salome
  • Daland - Tobias Schabel
  • Erik - Martin Homrich
  • Der Steuermann - Adam Temple-Smith
  • Mary - Almuth Herbst

Dieser Opernabend ließ keine Wünsche offen. Alles war perfekt. Ich werde im Januar noch zwei weitere Vorstellungen besuchen.

 

04. Oktober 2025, La Bohème von Giacomo Puccini

Dieser schöne Inszenierung habe ich mir nochmals gerne angesehen. Es gab einige Partien, die neu besetzt waren:

Schaunard wurde gesungen von Sono Yu, einem Mitglied des Opernstudios. Nächste Woche sehe ich ihn erneut im Aalto in Rigoletto - Er hat mir sehr gefallen.

Musetta wurde dargestellt von Katherine Allen. Sie gefiel mir sehr und überzeugte sehr.

Colline wurde gesungen von Lucas Singer von der Oper Köln. Er war absolut super. Gerne darf er wieder einspringen!

Es war wieder ein wunderschöner Opernabend.

 

18. Januar 2026, Der fliegende Holländer von Richard Wagner

Letzte Aufführung - aber gerne wieder! Es war ein sehr berührender Abend. Gerne hätte ich die "Repeat-Taste gedrückt!

 

31. Januar 2026, Francesca das Rimini von Sergej Rachmaninow – Premiere

 

Der Inhalt der Oper war mir durchaus bekannt, aber ich kannte weder die Musik, noch hatte ich die Oper jemals gesehen.

 

»Kein größeres Leid, als sich erinnern in den Unglückstagen der guten Zeit.« Dies ist der zentrale Satz von Francesca und Paolo in Dantes Göttlicher Komödie. Zudem wirft die Geschichte elementare Fragen auf: Soll man seinen Leidenschaften ohne Rücksicht auf die Folgen nachgeben? Sind es eigene Entscheidungen oder die Umstände, die das Schicksal eines Menschen bestimmen? Den Autoren von Francesca da Rimini waren diese Themen nahe genug, um diese Oper zu schreiben. Beider Lieben widersprach den gesellschaftlichen Normen: Librettist Modest Tschaikowsky war, wie sein berühmter Bruder Peter, homosexuell, und Sergej Rachmaninow hatte entwürdigende bürokratische Prozeduren zu überwinden, bis er endlich seine Cousine heiraten konnte. Das Schicksal eines Paares, das für seine illegitime Leidenschaft erst mit dem Leben und dann mit ewiger Verdammnis büßen muss, hat ihnen offenbar viel bedeutet. Über fünf Jahre erstreckte sich die Arbeit an Francesca da Rimini, die Rachmaninow schließlich für sein Debüt als komponierender Kapellmeister am Bolschoi-Theater im Jahr 1906 fertigstellte. Die Episode um die junge, unglücklich verheiratete Francesca Malatesta, ihren Mann Lanciotto und dessen Bruder Paolo hatte ihm Modest Tschaikowsky vorgeschlagen und auf Rachmaninows Wunsch hin aufs Wesentliche gestrafft. Ein langer Prolog und ein knapper Epilog rahmen die eigentliche Handlung ein.

Der Anfangsteil schildert, wie der Dichter Dante, geleitet vom Schatten seines antiken Vorfahren Vergil, in die Hölle hinabsteigt, jenes in neun Höllenkreise aufgeteilte »Inferno«, das wie ein Trichter nach unten hin immer enger wird. Je größer ihre Schuld, desto mehr Qualen müssen die Toten ertragen; die Strafe entspricht jeweils der Sünde zu Lebzeiten. Rachmaninow zieht hier alle Register, das Orchester leidet und klagt, heult und rast, der Halbtonschritt ist allgegenwärtig als Intervall des Schmerzes, und der Chor summt mit geschlossenem Mund Vokalisen wie ein singendes Instrument: »Das war kein Gesang, das war ein tiefes Stöhnen«, hieß es in einer zeitgenössischen Kritik. Im zweiten Höllenkreis werden die Sünder der Wollust von rasenden Stürmen umhergewirbelt, Sinnbild der Stürme der Leidenschaft, denen sie sich im Leben hingegeben haben und denen sie nun auf Ewigkeit ausgeliefert sind. Dante befragt ein Paar nach seinem Schicksal, das die beiden – schattenhaft wie sie selbst im hohlen Gleichklang der Oktaven – am Ende des Prologs mit dem eingangs zitierten Satz andeuten.

Der Hauptteil blendet zurück ins dramatische Geschehen: Lanciotto, geplagt von Eifersucht, will seine Frau Francesca auf die Probe stellen. Dazu plant er, frühzeitig von einem Kriegszug zurückzukehren. Sein Monolog und das Gespräch mit Francesca sind die erschütternde Studie eines Mannes, dem seine Menschlichkeit entgleitet. Stets weiß das Orchester mehr als die handelnden Gestalten, verrät verhohlene Absichten und heimliche Gefühle; Francescas Leitmotiv leuchtet darin anmutig und hingebungsvoll hervor. Allein zu zweit, liest Paolo Francesca die Geschichte von Lancelot und Ginevra aus der Artus-Sage vor. Dort gibt sich die Frau dem Mann hin, wie Paolo es sich von Francesca wünscht. Francesca versucht die Glut zu sublimieren: Was uns jetzt verwehrt ist, erwartet uns im Himmel. Er aber will gegenwärtige Erfüllung, und ihr Widerstand schwindet dahin. Über rund 50 Takte erstreckt sich der vielleicht längste Kuss der Musikgeschichte, während sich das nahende Unheil ankündigt. Der sich anschleichende Gatte ersticht die Ehebrecher rücklings mit solcher Wucht, dass sein Dolch beide Leiber auf einmal durchbohrt. Der »Gespenstersturm« des Anfangs ertönt aufs Neue, das sterbende Paar singt noch den Satz »An jenem Tage lasen wir nicht weiter« und der Geisterchor beschwört ein letztes Mal das Leid, das durch entschwundenes Glück entsteht.

Ein mehr als berührende Oper. Und dies war die hinreißende Premierenbesetzung:

  • Francesa – Susanne Serfling
  • Lanciotto – Simon Stricker
  • Paolo – Nenad Čiča
  • Dante – Khanyiso Gwenxane
  • Vergil – Philipp Kranjc

Ein fesselnder und tragischer erster Teil dieses Opernabends.

Dann folgte nach der Pause:

 

Gianni Schicci von Giacomo Puccini – Premiere

Dieses humorvolle Stück ist so bekannt, dass ich nur mal auf die Inszenierung eingehe.

Das Beste: Benedict Nelson als Schicci. SO prollig ist er noch nie daher gekommen. Köstlich komisch. Die Kostüme sind richtig schön altmodisch, altbacken, spießig die Kulisse sehr passend. Ich würde sagen: ein Haushalt unserer Großeltern. Das Ensemble: super:

  • Gianni Schicci – Benedict Nelson
  • Lauretta, seine Tochter – Heejin Kim
  • Zita - Almuth Herbst
  • Rinuccio, ihr Neffe – Khanyiso Gwenxane
  • Gherardo – Sergio Augusto
  • Nella, seine Frau – Yeeun Yeo
  • Betto di Signa – Yevhen Rakhmanin
  • Simone, der Älteste – Philipp Kranjc
  • Marco – Simon Stricker
  • La Ciesa, seine Frau – Anke Sieloff
  • MaestroSpinelloccio, Arzt - Maksim Andreenkov
  • Amantio di Nicolao, Notar – Piotr Prochera
  • Pinellino – Robert Brouwer
  • Guccio – Oliver Aigner

Hier war jede Rolle perfekt besetzt. Ein wahrlicher Kontrast zum ersten Teil. Immer wieder sehenswert!