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Oper in Dortmund (Saison 2025/2026)

 

Hier in Dortmund starte ich am 18.10.2025 mit der Carmina Burana

 

18. Oktober 2025, Carmina Burana - Ballett von Edward Clug, Musik von Carl Orff - Premiere

Nachdem mir dieses Stück letzte Saison im MiR schon so gut gefallen hatte, habe ich natürlich auch hier nicht gezögert eine Vorstellung zu buchen.

Das Ballett war komplett anders als im MiR. Dort war es sehr akrobatisch, was ja sehr gut war, aber hier in Dortmund war alles wunderbar homogen. Die Kostüme sind  rot und schwarz, die Gruppe tanzt wunderbar synchron und ist einfach nur wunderbar anzusehen. 

Die Solisten:

Mandla Mndebele, Daegyun Jeong, Zicong Han

waren einsame Spitze!

Der Chor und einzelne Instrumentalisten befanden sich oben im Rang.

Eine tolle Atmosphäre, und wie immer möchte man am Ende die Repeat-Taste drücken, allein schon um die himmlische Musik weiterhören zu können.

Das Premierenpublikum war restlos begeistert. Ich habe zwei weitere Vorstellungen für das nächste Jahr gebucht.

 

30. November 2025, Turandot von Giacomo Puccini - Premiere der Neubearbeitung

Turandot wurde das letzte Mal 2019 gespielt. Ich muss gestehen, inwieweit hier groß etwas überarbeitet wurde, konnte ich echt nicht feststellen. Ist auch egal, diese Inszenierung ist sehr schön und immer wieder sehenswert. Die heutige Besetzung gefiel mir um einiges besser als vor sechs Jahren:

  • Turandot -  Bianca Mărgean - wunderschöne Stimme und sehr glaubwürdige und überzeugende Darstellung. Ihr nimmt man die zutiefst verletzte junge Frau voll ab
  • Altoum, Kaiser von China - Yoonkwang Immanuel Kang - kaum zu glauben, dass sich unter der Maske ein derart junger Sänger verbarg. Er gefiel mir sehr gut
  • Timur - Artyom Wasnetsov - mit dieser wilden Haarpracht habe ich ihn erst nicht erkannt. Er ist unglaublich gut und jederzeit glaubwürdig
  • Calàf - Alfred Kim -  ganz tolle Stimme, gefiel mir sehr
  • Liù - Anna Sohn - hinreißend wie immer
  • Ping, Kanzler, ein Mandarin - Daegyun Jeong - super wie gewohnt
  • Pang, Marshall - Min Lee - ausgezeichnet
  • Pong, Küchenmeister - Sungho Kim - wunderbar wie immer 
  • Musikalische Leitung - Jordan de Souza

Ich bin mal wieder buchstäblich nach Hause geschwebt. Ein hinreißender Abend mit himmlischer Musik!

 

15. Januar 2026, Turandot von Giacomo Puccini

Die letzte Vorstellung war auch wieder ungemein berührend. Die Musik ist einfach nur hinreißend. Es ist sicher eine der Opern, die ich am häufigsten gesehen habe.

 

15. März 2026, Mazeppa von Clémence de Grandval, Premiere

Diese Oper war mir bislang total unbekannt. Nachdem ich mich über das Thema informiert hatte, fand ich es sehr interessant. Ich habe meinen Besuch ohne Erwartungen bezüglich der Musik gemacht. Was dann kam, ließ mich aber dann doch sehr aufhorchen: DAS hatte ich nicht erwartet! Das ist ganz große Oper und kann mit den anderen großen Komponisten mühelos mithalten. Musik zum Wohlfühlen.

Die Kulisse ist schlicht aber doch beeindruckend mit vielen Treppen, mehreren Bühnen, sehr passenden Kostümen. Sehr gut fand ich auch die Filmeinspielungen: man fühlt sich in den Film „Superman“ versetzt, der große Retter, der die Feinde entmachtet und zum großen Helden aufsteigt.

Zunächst hat man mit Mazeppa, dem zu Unrecht aus der Heimat vertriebenen Helden noch Mitleid. Man freut sich mit ihm wie er zum Helden und Retter aufsteigt. Dass Iskra, sein Rivale, ihn des Verrats bezichtigt, empfindet man als unangenehm. Er ist doch einfach nur eifersüchtig, weil seine Verlobte Matréna sich in den Helden verliebt hat. Nach und nach muss man aber leider feststellen, dass Mazeppa gar nicht so ein feiner Kerl ist. Als Matréna und ihr Vater Kotchoubey von Mazeppas Machenschaften erfahren, ist es für Matréna zu spät. Sie ist verliebt und bereit mit Mazeppa zu fliehen. Er ist nicht eben feinfühlig, als er ihren Treueschwur buchstäblich erzwingt. Er ist manipulativ und überhaupt nicht mehr nett. Am Ende spielt er sich als gönnerhafter Herrscher auf, nachdem er Kotchoubey hat gefangen nehmen ließ. Während der Feier wird Matrénas Vater zur Hinrichtung geführt. Sie will ihrem Vater helfen und bittet ihren Mann den Vater zu verschonen. Mazeppa jedoch verhöhnt sie ob ihrer Rührseligkeit. Nun zeigt er endgültig sein wahres Gesicht. Matréna wird vom Vater verflucht. Aber es gibt letztendlich doch Gerechtigkeit. Iskra hat sich mit den Verantwortlichen aus Mazeppas Heimat zusammengetan, die ihm gerne folgen, denn auch sie haben noch ein „Hühnchen mit ihm zu rupfen“. Schlussendlich wird der „Held“ entmachtet und erntet was er verdient hat: Verbannung in die Wüste und den Verlust seiner Frau, die durch all dies den Verstand verloren hat und am Ende ihr Leben lässt.

 

Hier mal die Handlung:

 

In der Ukraine um 1700, mitten im Kosakenkrieg.

Mazeppa, ein polnischer Edelmann aus Podolien, der der Rache eines Rivalen ausgeliefert ist, wurde auf ein wildes Pferd gebunden, das ihn nach einem rasanten Ritt durch Steppen und Wälder in die Ukraine bringt. Das erschöpfte Pferd fällt tot um, mit dem blutüberströmten Mazeppa an seiner Seite.

 

1.Akt: In der Steppe.

Im frühen Morgenrot liegt Mazeppa, ein polnischer Edelmann, ohnmächtig auf der Erde. Zu sich kommend, beklagt er sein schweres Los. Von weither sind Stimmen zu vernehmen, die Mazeppa aufgrund seiner Ermattung aber für Illusion hält. 2.Szene. Matréna die Tochter des Fürsten Kotchoubey, hat Mazeppas Hilfeschrei gehört und eilt herbei. Geblendet von ihrer Schönheit, fragt Mazeppa, wohin er sich verirrt habe. Das Volk der Kosaken jubelt Kotchoubey, seinem Fürsten, zu. Dieser heißt Mazeppa willkommen und erkundigt sich nach seiner Herkunft und seinen Erlebnissen: Mazeppa, einst Page am polnischen Hof, ließ sich auf eine illegitime Liaison ein und zog dadurch die Eifersucht eines Nebenbuhlers auf sich. In dessen Machenschaften verstrickt, wurde er entführt und auf ein Pferd gebunden in die Steppe hinausgejagt. Kotchoubey lädt Mazeppa ein, sich dem ukrainischen Heer anzuschließen und gegen seine einstigen Landsmänner für die Freiheit der Ukraine zu kämpfen. Kotchoubey wird mit großer Zustimmung zum ukrainischen Anführer erkoren, doch er dankt Mazeppa zuliebe ab. Erbittert setzt sich Iskra dagegen zur Wehr. Seine Worte entfachen einen heftigen Zwist, den Kotchoubey aber zu beschwichtigen vermag. Unter allgemeinem Jubel, in den nun auch Matréna einstimmt, wird Mazeppa zum Feldherrn gekürt. Neid getrieben gelobt Iskra Rache.

 

2.Akt 1.Bild Im Haus von Kotchoubey

 

Matréna ist von Mädchen umringt. Sie stimmen ein Gebet zur Jungfrau Maria an. Matréna bittet um die Rückkehr Mazeppas, der das ukrainische Heer in den Krieg geführt hat. Kotchoubey kommt hinzu und preist die Tapferkeit Mazeppas, der selbst den Tod nicht scheut. Sein heldenhaftes Opfer werde den ruhmreichen Sieg krönen. Matréna zuckt zusammen. Beschwichtigend weissagt Kotchoubey die glückliche Rückkehr Mazeppas. Nachdem Kotchoubey sich entfernt hat, gesteht sich Matréna ihre Liebe zu Mazeppa ein. Verzückt wünscht sie ihn herbei. Iskra, der sie unbemerkt beobachtet hat, ergeht sich in Liebesbeteuerungen. Kühl antwortet Matréna ihm, sie würden nie zusammenkommen – ihre Zuneigung ihm gegenüber sei die einer Schwester. Von Eifersucht durchdrungen, behauptet er, Mazeppa sei tot. Aus Verzweiflung bekennt sie gegenüber Iskra schließlich ihre Liebe zu Mazeppa. Von draußen ertönen Jubelrufe: „Es lebe Mazeppa.“

 

2.Akt.2.Bild Platz in Poltawa Volk und Heer bejubeln Mazeppa. Er wendet sich an Matréna: Ihr Bild habe ihm zum Sieg verholfen. Die Schar begibt sich zur Kirche. In finsteres Grübeln versunken, trauert Iskra seiner Liebe zu Matréna nach. Gegenüber Kotchoubey verdächtigt er Mazeppa des Verrats. Kotchoubey erliegt den Ränken Iskras, während aus der Kirche heraus das Volk noch dem neuen Anführer seine Ehre erweist. Als das Volk aus der Kirche tritt, wirft Iskra Mazeppa Verrat vor. Mazeppa wiederum erinnert die wutentbrannte Menge an den Sieg, den er als Feldherr erkämpfte. Mit dem Volk nunmehr auf seiner Seite droht er Iskra, er werde sich für die Revolte rächen. Matréna erfleht Mazeppa zu Füßen Gnade für Iskra. Das Volk bricht abermals in Jubelrufe aus. Nur einer lässt sich nicht davon mitreißen: Kotchoubey.

 

3.Akt. Kotchoubeys Garten.

Im Mondlicht wartet Mazeppa auf seine Geliebte. Von seinen Gefühlen beflügelt, gibt er der Furcht vor Iskra keinen Raum. Matréna erscheint und schwört Mazeppa ewige Liebe. Als das Paar beschließt zu fliehen, überkommt Matréna die Erinnerung an ihren Vater. Sie vernehmen Schritte und verbergen sich in einer Hütte. Kotchoubey befiehlt Iskra, den Zaren von Mazeppas Verrat – nämlich einem Bündnis mit den Schweden – zu unterrichten. Matréna hört im Verborgenen alles und bleibt dennoch unbeirrt in ihrem Vertrauen auf Mazeppas Unschuld. Nachdem Kotchoubey und Iskra sich entfernt haben, nötigt Mazeppa seiner Geliebten den Schwur zum Gehorsam ab.

 

4.Akt. Im Palast von Baturyn.

 

Im prunkvollen Palast von Baturyn wird reichlich getafelt. Mazeppa und seine Krieger stoßen auf das Volk und die Liebe an. Den Feierlichkeiten wohnt auch Matréna bei, die inmitten anderer Mädchen in Festtagskleidung erscheint. Sie besingt das Vaterland und die Liebe. Doch immer wieder beschleicht Wehmut ihr Lied. Ungeduldig heißt Mazeppa die Musikanten, einen beschwingten Tanz anzustimmen. Noch ehe dieser verklingt, ertönt von Weitem Trauermusik. Ungeachtet der bangen Fragen Matrénas gebietet Mazeppa der Kapelle weiterzuspielen. Im Hintergrund ist nun der Trauerzug zu sehen. Der zum Tode Verurteilte ist Kotchoubey. Verzweifelt erfleht Matréna von Mazeppa Gnade für ihren Vater. Doch Kotchoubey weist seine Tochter grimmig ab und verflucht sie. Als der Trauerzug im Begriff ist, sich zu entfernen, stürmt Iskra mit seiner Eskorte herbei. Er tut das Urteil des Zaren kund: Mazeppa sei ein Verräter. Auf dessen nachdrückliche Anweisung, Iskra festzunehmen, reagieren die Wachen nicht. Der den Trauerzug anführende Archimandrit enthebt in seiner Funktion als Herold des Zaren Mazeppa seiner Stellung. Matréna fleht ihren Vater um Vergebung an. Unerbittlich verwünscht er sie samt Mazeppa. Iskra und das Volk stimmen in den Fluch ein.

 

5.Akt in der Steppe.

 

Mazeppa denkt an seine Abenteuer zurück und wünscht sich den Tod. Aus der Ferne ist Matrénas Stimme zu vernehmen. Vollkommen in sich gekehrt, erkennt sie ihn nicht. Mazeppa offenbart sich ihr und bittet um Vergebung, die sie ihm schroff versagt. Entseelt sinkt sie zu Boden. Mazeppa stürzt auf ihre Leiche.

 

Das war die in allen Belangen fulminante und absolut perfekte Premierenbesetzung:

 

  • Matréna – Anna Sohn
  • Mazeppa – Mandla Mndebele
  • Iskra – Sungho Kim
  • Kotchoubey - Artyom Wasnetsov
  • Der Archimandrit, Vertreter des Patriarchen von Konstantinopel - Denis Velev
    Musikalische Leitung: Jordan de Souza

 

Diese Aufführung sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen, denn hier stimmte einfach alles, hier bleiben keine Wünsche offen. Das Ensemble gab mal wieder alles. Hinreißend.

Zu Hause habe ich sofort die nächsten zwei Vorstellungen gebucht. Wer weiß, wann man diese Oper je wieder zu sehen und zu hören bekommt.